Ein Fotoworkshop mit Folgen



Nun ist er schon wieder vorbei. Mein erster Fotoworkshop. Aber wie kam es eigentlich dazu, überhaupt einen Workshop anzubieten ?

Immer wieder gerät man in Situationen, in denen man sich augenrollend an den Kopf fasst und fragt: „Warum hängen sich Menschen teure Kameras um den Hals und nutzen dann augenscheinlich nur das Automatikprogramm?“

Gerade bei Volksfesten oder Weihnachtsmärkten beobachte ich gerne Menschen mit ihren Kameras. Die Sonne geht langsam unter, die Menschen freuen sich auf schöne "Nachtaufnahmen", stellen sich 50 Meter vor die wunderschöne, beleuchtete Kirche und erschrecken sich, wenn beim Durchdrücken des Auslösers der Blitz hochklappt. Wieder jemand, der sich nicht traut, zu fotografieren, sondern mit der Spiegelreflexkamera weiter im „Knipsmodus“ bleibt. Ich habe als Fotograf so etwas schon so häufig gesehen und dachte schon immer: „Besucht doch wenigstens einmal einen Fotokurs“.

Klar, die Bedienungsanleitung der Kamera ist jetzt nicht die beste Nachtlektüre, aber blind drauf los Fotografieren, ist eben keine wirkliche Lösung.

Irgendwann stellte ich mir die Frage, ob ich nicht einfach selbst einen Workshop anbieten solle?! Aber gibt es denn genug Leute, die sich dafür interessieren und dafür sogar bei mir Geld ausgeben würden? Der Gedanke ließ mich nicht mehr los und irgendwann sagte ich mir, dass ich es einfach mal versuchen muss.

Ziel sollte es dabei sein, möglichst viel Praxisteil einzubauen, eine tolle Location zu nutzen, Snacks und Getränke anzubieten und dabei trotzdem mit einem Fotokurs für den „Otto-Normal-Kamera-Besitzer“ erschwinglich zu bleiben. Ganz wichtig sollte der Spaß, die Freude am Fotografieren, die Beschäftigung mit der Kamera und der Austausch mit anderen Fotointeressierten sein. Die Location war schnell gefunden und so ging es los, Interessenten zu finden. Der Termin für den Workshop (1.4.) stand ebenfalls bereits Anfang Januar fest. Und siehe da, die ersten Buchungen kamen schnell rein und die ersten 5-6 Plätze waren schnell weg. Wow…grandios. Danach war ein wenig Flaute und es dauerte etwas, bis sich der Kurs mit den angesetzten 10 Teilnehmern füllte. Am Ende war er dann doch tatsächlich ausgebucht. Ich war so stolz und freute mich wie Bolle, dass sich 10 zahlende Leute gefunden haben, die mit mir 5 Stunden an einem Samstag verbringen wollten um gemeinsam zu Fotografieren. Wahnsinn.

In der Zwischenzeit kümmerte ich mich um meinen Vortrag, Layout, Wortwahl, Zeitplan, Technik, Einweisung der Models… Meine Models Franziska und Sebastian, die an diesem Tag einen absolut tollen Job gemacht haben, sind keine professionellen Models, sondern einfach nur wahnsinnig fotogen und hatten die nötige Portion Lust, so etwas einmal auszuprobieren. Ich habe bewusst auf nicht-professionelle Models gesetzt, denn meine Kursteilnehmer werden auch im Normalfall keine Supermodels fotografieren, sondern ihre Frau, ihren Mann oder ihre Kinder.

Am 1.4. war ich schon ganz schön nervös, was ich normalerweise eher nicht bin. Meine liebe Frau hat für den Kuchen gesorgt, ich habe am Vormittag noch die Brötchen geschmiert und belegt. Rechtzeitig an der Location eingetroffen, habe ich alles vorbereitet. Die Technik stand schnell….puh. Alles war fertig und die ersten Teilnehmer kamen zur Tür rein. Den Einen oder Anderen kannte ich von gemeinsamen Fotoshootings. Ich fand es toll, dass so ziemlich die ganze Bandbreite meiner Kundschaft vertreten war. Für einige Kursteilnehmer hatte ich bereits die Hochzeitsfotos, die Familienfotos oder auch die Businessfotos gemacht.

Das Eis war schnell gebrochen und ich spürte, dass es ein toller Tag mit tollen Leuten wird. Ich erzählte und erklärte, zeigte und machte vor. Nach einem (notwendigen) Theorieteil ging es raus zum Fotografieren. Jeder durfte sich ausprobieren, testen, fragen…..Nach gut 2 Stunden Fotografieren, in denen auch Franziska und Sebastian ihre Freude hatten, ging es wieder rein und wir haben noch eine ganze Reihe Fotos besprochen. Hier muss ich gestehen, dass ich mit diesem Part meines Workshops nicht ganz glücklich war. Ich war leider nicht auf alle Arten Speicherkarten vorbereitet und so konnten wir leider nicht von jedem Teilnehmer mindestens 1 Foto besprechen. Daran muss ich definitiv etwas ändern. Auch wenn das die Teilnehmer vielleicht gar nicht so sehr gestört hat, ich war damit nicht zufrieden. Dennoch haben wir eine ganze Reihe an Fotos besprochen und die ersten Ergebnisse konnten sich wirklich sehen lassen.

Nach gut 5:30 Stunden waren wir dann mit allen Themen durch. Und ich war es auch. Durch ! Durch, aber glücklich. Für den ersten Workshop war ich mehr als zufrieden und ich hatte den Eindruck, dass es auch den Teilnehmern gefallen hat und dass das Interesse an der Fotografie geweckt wurde. Ich hoffe doch sehr, dass keiner von den Teilnehmern jetzt im Automatikprogramm fotografiert :-). Das erste Feedback war umwerfend und nach einem kühlen Absackerbier mit Sebastian ging es dann nach Hause.

Zusammenfassend und nun gut 3 Wochen rückwirkend betrachtet, war mein Workshop für mich persönlich ein richtiger und wichtiger Schritt in eine neue Richtung. Eine Richtung, die mir Spaß macht und die sich ausbauen läßt. Stellt sich nur die Frage, ob sich auch noch einmal (oder noch öfter) 10 Interessierte finden lassen, die einen halben Tag mit mir verbringen würden, um über Fotografie zu sprechen ?! Ich für meinen Teil wäre bereit. Schauen wir mal.

Hier ein paar Ergebnisse der Teilnehmer, die von mir nicht bearbeitet wurden. Wie man sieht, hatten wir eine Menge Spaß.











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